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Geschichte des Jiu-Jitsu
Eine der bedeutendsten Rollen in der Entstehung der Budo Künste spielte Indien. Als um 1500 v. Chr. die Indo-Arier über die Pässe des Hindukusch nach Vorderindien eindrangen, brachten ihre Krieger Kriegskünste mit, die in den Schriften der Danuveda überliefert sind. Die Indo-Arier hingegen, fanden Kulturen vor,die ihrerseits schon viel älter waren und über hochentwickelte Techniken der Kampf- und Kriegskünste verfügten. Aus einer Mischung dieser beiden Kulturen entstanden im Laufe der Jahrhunderte Techniken, die heute als Ursprung der späteren Kampf- und Budokünste gelten.
In Japan entstand daraus das Sumo(Sumafu) was in etwa mit sich wehren übersetzt werden kann. Der Ursprung dieser Kampftechniken liegt im Norden der heutigen Volksrepublik China. Das Sumo galt bis zum 10. Jahrhundert vornehmlich als religiöser Ritus, und das Resultat des Kampfes deutete man als Prophezeiung für die Ernte ab. Ab dem 10.Jahrhundert wandelten sich diese Kämpfe ohne Waffen von einer zeremoniell-höfischen Form zur Kriegskunst. Sie bildete die Grundlage für das Kumi-Uchi das ein Kämpfen mit Rüstung ermöglichte und für das Schlachtfeld entwickelt wurde. Erst um 1600 n. Chr. entstand das heute praktizierte Sumo mit speziell ausgebildeten, fettleibigen Ringern(Sumotori).
Aus der Kumi-Uchi(auch Samurai-Sumo) entwickelte sich das Jiu-Jitsu( bis zum 18. Jahrhundert unter der Bezeichnung Yawara bekannt). Anfänglich bezog es sich hauptsächlich auf Festhaltegriffe, um einen entwaffneten Gegner festzunehmen. Im Zuge des Kulturaustausches zwischen China und Japan (1278-1868) veränderte sich der Charakter dieser Nahkampfmethode durch Hinzunahme von Tritt-Schlag- und Wurftechniken. Weiterhin entwickelten sich auch zahlreiche Methoden des Fesselns sowie medizinische und anatomische Kenntnisse aus der Atemi-Waza (Techniken die schmerzempfindliche oder lebenswichtige Stellen am menschlichen Körper angreifen). In der nachfolgenden Zeit entstanden verschiedene Systeme und Schulen (Ryu) die ein technisch verfeinertes Kumi-Uchi lehrten. Bis zum Ausgang der Tokugawa-(Edo-) Epochen (1616-1868) gab es über 170 verschiedene Schulen, die auch den Gebrauch von Waffen lehrten. Diese Methoden dienten dem Schwertadel (Bushi), zu dem auch die Samurai zählten, als technische Ergänzung und als Zusatzwaffe.
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Bis zum Ende der Tokugawa-Epoche besaßen die Künste des Bu-Jitsu einen hohen Stellenwert, insbesondere auch als Teil der Samurai-Ausbildung. Die grundlegenden Prinzipien eines Kampfsystems oder einer Schule wurden geheimgehalten. Die Weitergabe erfolgte oft nur an Familienangehörige oder an ausgewählte Mitglieder einer Schule. Diese Erben trugen erheblich dazu bei, daß die japanischen Kriegskünste ein hohes Niveau erreichten und über Jahrhunderte bewahrt werden konnten.
Gegen Mitte des 19.Jahrhnderts jedoch, als Japan seinen Modernisierungsprozeß durchlief und alles Tradionelle verdrängt wurde, verloren die Kampfkünste ihre Bedeutung. Die zahlreichen Schulen verschwanden fast vollständig. Zu diesem Zeitpunkt wurde der deutsche Medizinprofessor Dr. Erwin O.E Bälz, der an der kaiserlichen Universität in Kyoto von 1870-1892 lehrte, auf das Jiu-Jitsu aufmerksam und erkannte die ausgewogene körperliche Beanspruchung sowie die erzieherischen Werte der alten Kampfkunst-Methode. Er unterwarf sich einem eifrigen Training und konnte somit seine Studenten für das Jiu-Jitsu begeistern. Einer der Studenten, der seinem Aufruf folgte war Jigoro Kano(1860-1938). Dieser beschränkte sich nicht nur darauf, nur jene technischen Elemente des Jiu-Jitsu zu lernen, vielmehr wollte er die psychische Grundlage, die Ausbildung des Geistes, betonen. Die reine technische Kunst(Jitsu) sollte einer philosophischen Kunst(Do) weichen. Kano reformierte deshalb die alten Jiu-Jitsu Techniken, entwickelte neue Konzepte und Elemente und gab seiner Methode einen ethischen Überbau; damit war das Judo geboren.
Daraufhin wurde in Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts von einigen Japanern Jiu-Jitsu als Selbstverteidigung gezeigt und dem Deutschen Kaiser in Berlin vorgeführt. Man war in Deutschland derart begeistert über die gezeigten Techniken, das man darauf Agidare Ona als Lehrer für Selbstverteidigung in der Berliner Militäranstalt einstellte. Zu dieser Zeit lernte Erich Rahn durch Handelsbeziehungen seines Vaters einige Japaner kennen, die auch Ihn in die Jiu-Jitsu Kampfkunst einweihten. Diese Kampfart begeisterte Erich Rahn so sehr, daß er sogar seinen Beruf aufgab und sich ganz dem Studium des Jiu-Jitsu widmete. 1906 war es soweit, daß Erich Rahn in Berlin seine erste Lehrstätte in Jiu-Jitsu eröffnete. Dies war die einzigste Schule dieser Art in Deutschland. 1910 konnte erstmals die Berliner Kriminalpolizei und später die Schutzpolizei für Jiu-Jitsu gewonnen werden. Später hatte Erich Rahn das Glück, auch den Meister des Jiu-Jitsu, Katsukuma Higashi, kennenzulernen, der ihm seine Kunst bereitwillig übertrug. Im Jahre 1926 wurden auf Anregung von Erich Rahn und A.Rhode, in Köln die ersten Einzelmeisterschaften im Jiu-Jitsu ausgetragen.Diese Wettkampfmeisterschaften werden bis heute als Ju-Jutsu, das eine Synthese aus Judo, Karate und Aikido darstellt, ausgetragen. Als Selbstverteidigung bei der Polizei und im Justizvollzug haben sich Jiu-Jitsu und Judo über die Jahre hinweg bewährt und sind ein fester Bestandteil der Ausbildung
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Erich Rahn, der mit 40 Jahren unbesiegt vom Kampfsport zurücktrat, ist und bleibt das größte Vorbild für den Kampfsport Jiu-Jitsu in Deutschland.
Weitere Jiu-Jitsu-und Judo-Meister müssen noch genannt werden, die ebenfalls als Pioniere dieser Kampfsportart bekannt sind: Josef Ebetshuber, 10.DAN Jiu-Jitsu Wien/Schwechat 1953/54 Weltmeister im Jiu-Jitsu und Judo
Robert Tobler, 10.DAN Jiu-Jitsu Schweiz, Polizeitrainer
Paul Belous, 10.DAN Jiu-Jitsu Porz-Urbach bei Köln, Polizeitrainer
Ernst Zbinden 10.Dan Jiu-Jitsu Schweiz ,Erarbeitete ein Konzept Jiu-Jitsu für Behinderte
Siegfried Lory 10.DAN Jiu-Jitsu ,Bo-Jitsu ,Judo, Karate Meister, Präsident des BFAK, München
Alfred Hasemeier 8.DAN Jiu-Jitsu Köln, Polizeitrainer
Peter Nehls 9.DAN Jiu-Jitsu/Ju-Jutsu
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